Digitale und bürgernahe Verwaltung in Greifswald – Johannes Barsch 2026

Johannes Barsch · Thema 10 von 10

Digitale und bürgernahe Verwaltung in Greifswald

Schnellere Verfahren, offene Daten und persönlicher Zugang zum Staat

Verwaltung prägt das Bild vom Staat

Bürgerinnen und Bürger erleben öffentliche Verwaltung bei ganz unterschiedlichen Anlässen. Sie beantragen Dokumente, melden Wohnsitze an, benötigen Genehmigungen, reichen Bauanträge ein oder suchen Informationen.

Wie einfach oder kompliziert solche Verfahren funktionieren, beeinflusst unmittelbar die Wahrnehmung staatlicher Leistungsfähigkeit. Digitalisierung kann dabei helfen, Wege zu verkürzen, Bearbeitungsstände transparenter zu machen und Unterlagen einfacher einzureichen.

Gleichzeitig muss Verwaltung für Menschen erreichbar bleiben, die digitale Angebote nicht nutzen können oder möchten. Moderne Verwaltung sollte deshalb nicht zwischen digital und persönlich wählen, sondern möglichst beide Wege sinnvoll miteinander verbinden.

Digitaler Bauantrag seit März 2026

Greifswald hat am 2. März 2026 den digitalen Bauantrag in den regulären Betrieb überführt. Nach Angaben der Stadt läuft der Prozess vom Einreichen der Unterlagen bis zur Zustellung der Entscheidung digital.

Das Verfahren soll für Bauherrinnen und Bauherren sowie weitere Beteiligte übersichtlicher und schneller werden. Vor dem Start wurde das System in einer Probephase mit Planenden, Behörden und Fachstellen getestet.

Ab dem 1. September 2026 lässt die Greifswalder Bauaufsicht nach aktueller Information ausschließlich digitale Bauanträge und bestimmte digitale Anzeigeverfahren zu.

Frage an Johannes Barsch

Wie kann Mecklenburg-Vorpommern seine Kommunen dabei unterstützen, Verwaltungsleistungen schneller und digitaler anzubieten und gleichzeitig persönliche sowie barrierearme Zugänge für alle Menschen zu erhalten?

Digitalisierung soll Verfahren vereinfachen

Eine digitale Verwaltung ist nur dann erfolgreich, wenn sie tatsächlich einfacher wird. Ein Papierformular lediglich als PDF auf einer Internetseite bereitzustellen, reicht dafür nicht aus.

Gute digitale Verfahren sollten möglichst klar erklären, welche Angaben benötigt werden, welche Dokumente hochgeladen werden müssen und wie der weitere Ablauf aussieht. Idealerweise können Bürgerinnen und Bürger den Bearbeitungsstand nachvollziehen.

Auch innerhalb der Verwaltung können digitale Prozesse Vorteile bringen. Daten müssen weniger häufig manuell übertragen werden, Unterlagen können gleichzeitig verschiedenen zuständigen Stellen zur Verfügung stehen und Abläufe lassen sich standardisieren.

Open Data schafft neue Transparenz

Seit Juni 2026 verfügt Greifswald über ein neues Open-Data-Portal. Dort stellt die Stadt Verwaltungsdaten zentral, maschinenlesbar und kostenfrei zur Verfügung, soweit keine personenbezogenen oder sensiblen Informationen betroffen sind.

Zum Angebot gehören unter anderem Daten zur Bevölkerungs- und Arbeitsmarktentwicklung, zu Steuererträgen, Wohngeld, Kultur- und Sozialpass sowie zum Güterverkehr im Seehafen Ladebow.

Offene Daten können von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Medien genutzt und weiterverarbeitet werden. Dadurch entstehen zusätzliche Möglichkeiten für Analysen, Anwendungen und öffentliche Kontrolle.

Transparenz allein garantiert noch keine gute politische Entscheidung. Aber verlässliche und zugängliche Daten verbessern die Grundlage, auf der Diskussionen geführt werden können.

Datenschutz bleibt unverzichtbar

Je stärker Verwaltung digital arbeitet, desto wichtiger werden Datenschutz und IT-Sicherheit. Behörden verarbeiten teilweise sehr sensible Informationen über Bürgerinnen und Bürger.

Digitalisierung darf deshalb nicht bedeuten, möglichst viele Daten öffentlich zu machen. Open Data betrifft gerade solche Informationen, die keine personenbezogenen oder sensiblen Inhalte enthalten.

Für persönliche Verwaltungsverfahren müssen dagegen geeignete Schutzmechanismen, sichere Identifikation und technische Standards bestehen. Vertrauen entsteht nur, wenn digitale Angebote nicht nur bequem, sondern auch sicher sind.

Persönlicher Kontakt bleibt notwendig

Nicht alle Menschen besitzen dieselben digitalen Kenntnisse oder technische Ausstattung. Manche benötigen Unterstützung, andere können aufgrund einer Behinderung bestimmte digitale Angebote nur eingeschränkt nutzen.

Deshalb sollte eine moderne Verwaltung möglichst barrierearm gestaltet sein und alternative Kontaktmöglichkeiten erhalten. Persönliche Beratung kann gerade bei komplexen Verfahren weiterhin sinnvoll sein.

Digitalisierung sollte den Staat also nicht unpersönlicher machen. Im Gegenteil: Wenn Standardprozesse digital effizienter abgewickelt werden, kann möglicherweise mehr Zeit für Fälle bleiben, die persönliche Beratung benötigen.

Kommunen brauchen gemeinsame Standards

Digitale Verwaltungsangebote können teuer und technisch anspruchsvoll sein. Nicht jede einzelne Kommune sollte jedes Verfahren vollständig neu entwickeln müssen.

Landesweite oder gemeinsam nutzbare Lösungen können deshalb Vorteile bieten. Technische Standards, gemeinsame Schnittstellen und zentral bereitgestellte Verfahren können Kosten reduzieren und die Zusammenarbeit erleichtern.

Gleichzeitig müssen kommunale Besonderheiten berücksichtigt werden. Eine Stadt wie Greifswald hat andere Verwaltungsstrukturen und Fallzahlen als eine kleine Gemeinde im ländlichen Raum.

Landespolitik kann deshalb insbesondere bei technischer Infrastruktur, Finanzierung, Standardisierung und IT-Sicherheit eine koordinierende Rolle übernehmen.

Digitalisierung kann Wirtschaft und Wohnungsbau helfen

Verwaltungsdigitalisierung ist nicht nur eine Servicefrage für Privatpersonen. Auch Unternehmen und Investoren sind auf funktionierende Genehmigungsprozesse angewiesen.

Gerade Bauverfahren sind häufig komplex und betreffen mehrere Stellen. Ein durchgehend digitales Verfahren kann Abstimmungen erleichtern, wenn die technische Umsetzung zuverlässig funktioniert.

Schnellere Verwaltung darf allerdings nicht mit weniger sorgfältiger Prüfung verwechselt werden. Baurechtliche, sicherheitsbezogene oder umweltrechtliche Anforderungen bleiben bestehen. Ziel sollte sein, unnötige Medienbrüche und Verzögerungen zu vermeiden.

Open Data kann Innovation fördern

Öffentlich verfügbare Daten können neue Anwendungen ermöglichen. Unternehmen oder Forschungseinrichtungen können Datensätze analysieren, Visualisierungen entwickeln oder Informationen miteinander kombinieren.

Auch Bürgerinitiativen und Medien können davon profitieren. Haushalts-, Verkehrs- oder Bevölkerungsdaten lassen sich leichter auswerten, wenn sie in maschinenlesbarer Form bereitstehen.

Greifswald bezeichnet das Open-Data-Portal ausdrücklich als Grundlage für Transparenz, Innovation und vielfältige Nachnutzung. Das Angebot soll nach Angaben des Portals kontinuierlich erweitert und aktualisiert werden.

Fakten und Fragen

Der digitale Bauantrag und das Open-Data-Portal sind aktuelle, belegte Projekte der Stadt Greifswald. Sie zeigen, dass Digitalisierung bereits heute konkrete Verwaltungsabläufe verändert.

Nicht belegt wäre dagegen die Behauptung, Johannes Barsch habe persönlich genau diese beiden Projekte initiiert oder fordere für die Landesebene bereits ein bestimmtes technisches System.

Deshalb wird die Digitalisierung als regionales Zukunftsthema behandelt und die landespolitische Ausgestaltung ausdrücklich als Frage an Johannes Barsch formuliert.

FAQ zur digitalen Verwaltung

Seit wann gibt es den digitalen Bauantrag in Greifswald?

Der Echtbetrieb begann am 2. März 2026.

Was ändert sich zum 1. September 2026?

Nach der aktuellen Information der Greifswalder Bauaufsicht werden ab diesem Datum ausschließlich digitale Bauanträge und entsprechende Anzeigeverfahren zugelassen.

Seit wann gibt es das Open-Data-Portal?

Die Stadt stellte das neue Portal am 24. Juni 2026 öffentlich vor.

Sind dort personenbezogene Daten frei verfügbar?

Nein. Die Stadt beschreibt ausdrücklich Verwaltungsdaten, die keine personenbezogenen oder sensiblen Informationen enthalten.

Soll persönliche Verwaltung abgeschafft werden?

Diese Landingpage fordert das ausdrücklich nicht. Digitale Angebote und persönliche beziehungsweise barrierearme Zugänge sollen sinnvoll miteinander verbunden werden.

Fazit

Greifswald zeigt 2026 mit dem digitalen Bauantrag und dem Open-Data-Portal zwei konkrete Beispiele für eine Verwaltung, die digitale Möglichkeiten stärker nutzt.

Die nächste Herausforderung besteht darin, solche Angebote zuverlässig, sicher und verständlich weiterzuentwickeln und gleichzeitig niemanden vom Zugang zur Verwaltung auszuschließen.

Damit endet die Serie der zehn Themen mit einer Frage, die nahezu alle anderen Politikfelder berührt: Wie kann ein moderner Staat schneller und digitaler arbeiten und trotzdem persönlich, transparent und für alle Menschen erreichbar bleiben?

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